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  Sport >> Taekwondo   
Taekwondo
Tae kwon ... was ?

Tae kwon do ist eine koreanische Kampfkunst (bzw. Kampfsport, siehe unten), die - verglichen mit anderen Stilen wie Karate, Kickboxen, Ving Tsung, Kung Fu etc. - den Schwerpunkt auf Fußtechniken legt; die verschiedensten Tritte und Fußschläge werden auch aus der Drehung und/oder im Sprung ausgeführt. Daneben gibt es aber natürlich auch die aus dem verwandten Karate bekannten Handtechniken (Fauststöße, Handkantenschläge und -blocks).

Um kraftvolle und effektive Fußtechniken bis auf Kopfhöhe anwenden zu können, bedarf es umfangreichen Trainings in punkto Dehnung sowie Gleichgewicht - Fähigkeiten, die auch bei anderen Sportarten und im täglichen Leben sehr nützlich sind. Darüber hinaus werden nicht wie bei vielen Sportarten nur einige wenige Muskelpartien be- (und über-) lastet, sondern der ganze Körper wird "als Waffe" eingesetzt. Durch die bereits erwähnte Notwendigkeit für umfangreiche Dehnungsübungen vermeidet man außerdem Muskelverkürzungen und auch Zerrungen oder Gelenksschäden kommen viel seltener als bei gängigeren Sportarten wie Fußball, Tennis oder Schifahren vor.

Ganz abgesehen von der körperlichen Fitness bewirkt ein regelmäßiges Training auch noch allmählich einen psychischen Reifungsprozess - man wird ruhiger, ausgeglichener, selbstsicherer und weniger leicht reizbar - also vielleicht genau das Gegenteil vom landläufigen Klischee eines aggressiven Kämpfers. Auch wenn es in den meisten Dojangs (Übungsstätten) offiziell nicht erwähnt wird, liegt dies höchstwahrscheinlich an den Atem- und Konzentrationstechniken sowie den symmetrischen Bewegungen, die ihre Wurzeln im indischen Yoga und chinesischen Qi Gong haben und über Umwege großen Einfluss in den heutigen Tae kwon do Techniken erlangt haben.


Mein Do (Weg) zur Kampfkunst

Wie bei vielen anderen Menschen bestand meine Motivation, eine Kampfkunst zu erlernen zunächst im Wunsch, mich im Ernstfall verteidigen zu können. Das einschneidende Erlebnis dabei war, als mir in Brasilien die normal am Handgelenk getragene Armbanduhr in Sekundenbruchteilen entwendet wurde. Nach einigem Training stellte ich zwar fest, dass die Möglichkeiten von Tae kwon do (wie von anderen Kampfkünsten) in einem realen Konfliktfall begrenzt sind - besonders wenn der Gegner bewaffnet ist, aber inzwischen war ich bereits so sehr fasziniert, dass der Selbstverteidigungsgedanke längst in den Hintergrund getreten war.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten fühlte ich mich selbst nach einem sehr anstrengenden Tae kwon do - Training nicht schläfrig und manchmal fröstelnd, sondern ganz im Gegenteil völlig frisch, geistig hellwach und so aufgewärmt, dass ich die Jacke (mit der ich ins Training gegangen war) am Heimweg nicht mehr brauchte. Erst nach einiger Zeit und eher zufällig (durch entsprechende Literatur) wurden mir die Parallelen mit dem Training des Qi (oder Chi bzw. Ki, der Urkraft im chinesischen Taoismus) in Qi Gong oder auch dessen wahrscheinlichen Vorläufer Yoga klar. Im Unterschied zu den letzteren erfolgen diese Übungen im Tae kwon do jedoch unbemerkt, einfach durch die korrekte Ausführungen der Techniken, auch wenn manche - sehr wenige - Trainer diese Themen bewusst lehren.

Dies betrifft insbesondere die Atemtechniken (die Bauchatmung, die von den meisten Menschen nicht mehr beherrscht wird, die aber ganz unwillkürlich zu höherer Selbstsicherheit, Stressresistenz, aber auch körperlicher Leistungsfähigkeit beiträgt) sowie die Fußtechniken, für deren Ausführung ein gutes Gleichgewicht erforderlich ist, was wiederum die Konzentration auf den Körperschwerpunkt fördert, welcher als Sitz des Qi (unteres Dan-Tien) gilt.

Mittlerweile trainiere ich seit über 8 Jahren und kann mir kaum vorstellen, damit in absehbarer Zeit aufzuhören. Ich trainiere im Mudokwan-Center in Wien. Von dort organisiert fanden auch öfters Trainingslager statt, von denen ich bereits früher Bildberichte im Internet erstellt habe:

Trainingslager 1999 in der Toskana

Trainingslager 2000 im Burgenland

Trainingslager 2001 im Burgenland



Kampfkunst - Kampfsport

Wie die meisten ostasiatischen Kampfkünste bzw. Kampfsportarten ist auch Tae kwon do stark von den im chinesischen Shaolin-Kloster entwickelten Übungen und Techniken beeinflusst. Diese wurden von Bodhidharma (auch als Damo bekannt) im 6. Jahrhundert n.Chr. aus Indien mitgebracht und dazu verwendet, die bislang nur in Ruhehaltung meditierenden buddhistischen Mönche des Klosters körperlich aufzubauen. Damo war klar, dass Körper und Geist nicht zu trennen sind und begann, die Mönche in der Kunst der Meditation in der Bewegung zu lehren.

Im Gegensatz zum "westlichen" Verständnis von körperlichen Training nach dem Motto "höher, schneller, weiter ..." legte Damo das Augenmerk auf langsame sowie schnelle Bewegungen und ganz besonders auf die Lenkung des Qi (= Chi oder Ki, im indischen Yoga als Prana bekannt), der Antriebskraft aller Lebewesen. Ziel war es insbesondere, das Qi durch geeignete Atemtechniken und Bewegungen zu nähren und in weiterer Folge zu bewegen. Die nach außen sichtbaren Bewegungen der Arme und Beine sollten die "inneren Bewegungen" des Qi lediglich unterstützen, waren aber nicht Hauptzweck der Übungen.

Ganz gleich, ob Qi - nach wissenschaftlichen Maßstäben - nun tatsächlich existiert oder nur eine gedankliche Konstruktion darstellt, erlaubten die Übungen den Mönchen, spektakuläre Techniken wie das Zerbrechen massiver Gegenstände mit bloßen Händen etc. auszuführen, wie sie auch heute noch von den Shaolin-Mönchen in ihren Vorführungen dargeboten werden. Nun erkannte man auch, dass die erlernten Fähigkeiten in den damaligen unsicheren Zeiten sehr gut zur Verteidigung eingesetzt werden konnten.

Man sieht, dass die heutigen Kampfkünste primär auf die Erhaltung bzw. Erlangung eines gesunden Körpers wie Geistes ausgerichtet sind und nur durch den "westlichen" Sportgedanken - wohl auch in Hinblick auf die Verdienstmöglichkeiten in sportlichen Wettkämpfen - zum Kampfsport mutiert sind, leider nicht ohne dabei wesentliche Elemente zumindest zum Teil einzubüßen. Der Begriff "Kampfkunst" für die traditionelle Art erklärt sich im übrigen dadurch, dass das Qi als Sitz der Intuition - Gegenstück zum logischen Denken - gilt und die Basis für kreative Leistungen in allen Künsten darstellt. Dass das Qi üblicherweise im Bauchbereich angesiedelt wird, findet sich übrigens auch im westlichen Sprichwort "aus dem Bauch heraus handeln" für intuitive Entscheidungen. Am prägnantesten wird dies durch das chinesische Wort "Wu-wei" ausgedrückt, was in etwa "Handeln, ohne (bewusst) zu denken" bedeutet.

... im Taekwondo

Natürlich ist auch Tae kwon do stark von der geschilderten Schere zwischen Kampfkunst und Kampfsport betroffen, auch wenn die meisten Trainer alle drei Grundsäulen (Grundtechnik, Poomse = Formen, Wettkampf) als voneinander nicht zu trennen erklären. Dennoch konzentrieren sich die meisten Tae kwon do - Übenden auf genau einen dieser beiden Bereiche, nur die wenigsten begeistern sich sowohl für Kampfkunst als auch für den Wettkampf.

Meiner Ansicht nach lassen sich Grundtechniken (die Hand- und Fußtechniken in ihrer Grundform) und Poomse (Formen = Kampf gegen imagniäre Gegner in genau festgelegten Abläufen) sehr gut mit dem traditionellen Stil (Kampfkunst) verbinden - es finden sich alle Elemente wie Atemtechniken sowie wunderbar symmetrische und harmonische Bewegungsabläufe. Dieser Bereich des Tae kwon do kann in jedem Alter - vom Kind bis zum Greis - betrieben werden und ist wahrscheinlich eine der gesundheitsförderndsten Aktivitäten überhaupt. Verletzungen kommen nur sehr selten vor.

Demgegenüber ist der nach außen wahrscheinlich bekannteste Aspekt des Tae kwon do der Vollkontakt-Wettkampf, wobei - um das Verletzungsrisiko gering zu halten - eine umfangreiche Schutzausrüstung getragen werden muss und außerdem genaue Regeln existieren, gegen welche Körperteile Schläge erlaubt sind. Der Sieg geht üblicherweise nach Punkten (Anzahl der Treffer innerhalb von 3 Runden à 3 Minuten), gelegentlich kommen aber auch K.O. Schläge vor. Dennoch sind die Verletzungen meist harmloser als die bei Sportarten wie Fußball oder Schifahren häufigen Bänder- und Gelenksschädigungen.

Der moderne Wettkampf passt eigentlich nicht mehr in die traditionelle Kategorie "Kampfkunst", da es hauptsächlich um möglichst schnelle Techniken (Angriff bzw. Konter) geht, die aus der Grundtechnik bekannte Symmetrie und Harmonie der Bewegungen würde diese zu stark verlangsamen. Er entspricht in etwa dem westlichen Verständnis von Sport als Leistungsvergleich (es scheint, dass es im Berufalltag so wenig Stress und Konkurrenz gibt, dass man dies in seiner Freizeit nachholen möchte ...).