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Ausgebeutete Ausbeuter
28.07.2010 - Kategorie(n): Politik



Als Unternehmer genießt man in Österreich seit jeher kein gutes Image. In vielen Köpfen ist noch der Stereotyp des bösen Kapitalisten im 19. Jahrhundert verankert, der durch Ausbeutung seiner Arbeiter zu Reichtum kommt.

Inzwischen hat sich die Situation aber ins Gegenteil verkehrt, ohne dass es der Öffentlichkeit wirklich bewusst ist. Ein Beispiel: Wenn ein florierendes Unternehmen Mitarbeiter kündigt, um den Gewinn weiter zu erhöhen, gibt es sofort einen Aufschrei in allen Medien. Wenn aber ein Angestellter seinen Job kündigt, um ein lukrativeres Angebot anzunehmen, dann wird er von Freunden und Bekannten bewundert. Auch wenn sein bisheriger Arbeitgeber viel Geld in seine Aus- oder Weiterbildung investiert hat und sein Abgang vielleicht die Firma in Schwierigkeiten bringt.

Durch dieses schlechte Image begünstigt, aber auch mangels politischen Einflusses hat man im Lauf der Zeit so ziemlich alles den Unternehmern aufgebürdet, was man anderen (Wähler)gruppen nicht zumuten wollte. Das kann auch daran liegen, dass die eigentlichen "Wirtschaftsführer" meistens Angestellte ihres Unternehmens sind. Die Unternehmer im engeren Sinn haben in der Mehrzahl nur geringe Einkommen, meist unter den kollektivvertraglichen Mindestlöhnen ihrer Tätigkeit. Trotz dieser Situation sind sie aber auch in fast allen anderen Belangen benachteiligt, so z.B.:

Soziale Sicherheit

Während Angestellte/Arbeiter durch Mindestlöhne und Arbeitslosenversicherung abgesichert sind und auch im Krankheitsfall ihr volles Einkommen (eine Zeit lang sogar zu Lasten des Arbeitgebers) bekommen, erhalten Unternehmer nichts davon. All das fällt unter das "unternehmerische Risiko".

Bürokratie

Wer sich einmal mit Lohnverrechnung beschäftigt hat, weiß über den enormen bürokratischen Aufwand dahinter. Die verschiedenen Abgabenarten müssen zu verschiedenen Terminen an viele verschiedene Stellen gemeldet und überwiesen werden. Die Regelungen sind kompliziert und ändern sich häufig, wobei man selbst verpflichtet ist, sich rechtzeitig über diese Änderungen zu informieren. Im Unterschied dazu erhält der Arbeitnehmer regelmäßig sein Gehalt, ohne sich selbst um irgendetwas kümmern zu müssen.

"Vertragsloser Zustand" Juni 2010

Vor einigen Wochen war die Ärztekammer (nicht unbedingt die Mehrheit der von ihr vertretenen Ärzte) der Ansicht, dass Unternehmer die - ohnehin gegenüber dem Rest der Bevölkerung schon deutlich erhöhten - Honorare zur Krankenbehandlung noch weiter anheben sollten. Als Ergebnis dieses Streits waren die Unternehmer ca. 2 Wochen ohne Kassenvertrag und mussten Behandlungen selbst bezahlen - teilweise zum fünffachen (!) vertraglichen Tarif.

Und die Folgen?

Nun ist es klar, dass viele Unternehmer im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen werden, ihre Situation zu verbessern. Manche geben vielleicht die Selbstständigkeit auf, andere werden eher versuchen, die Kosten und/oder Bürokratie zu senken - im Allgemeinen durch Abbau inländischer Arbeitsplätze. Manche werden den Betrieb oder Teile ins Ausland verlagern, andere vielleicht nur die Angestellten durch selbstständige Mitarbeiter ersetzen. Letztendlich wird es auf alle zurückfallen, die dann höhere Steuern, Sozialversicherungsbeiträge bezahlen müssen oder aber einfach keinen Arbeitsplatz mehr finden werden ...


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