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DIY - Krankheitssymptom der Wirtschaft ? (2)
08.02.2008 - Kategorie(n): Wirtschaft

(Fortsetzung von Teil 1)

Wie wir gesehen haben, hat uns das "moderne" Steuer- und Abgabensystem sowie der hohe bürokratische Aufwand, ein Unternehmen zu führen, hinsichtlich Effizienz durch Arbeitsteilung weit zurück in die Steinzeit gebracht.

Gedankenexperiment: Was müsste man ändern, damit es finanziell sinnvoll wieder sinvoll wird, Heimwerkertätigkeiten an Profis zu vergeben ?

Im ersten Teil haben wir erkannt, dass im Großen und Ganzen zwei Elemente für die hohen Kosten bei der Vergabe an professionelle Handwerker verantwortlich sind, nämlich:

  • das Steuersystem einschließlich Lohnnebenkosten
  • nicht verrechenbare Arbeitsstunden im Unternehmen (Beratung, Bürokratie etc.)
Steuer zahlen wie die Firma ?

Bei der Frage der hohen Kosten durch Steuersystem fällt schnell auf, dass Unternehmen im allgemeinen wenig Bedenken haben, Teilleistungen an Dritte zu vergeben - ganz im Gegenteil, die Auslagerung von Bereichen außerhalb der "Kernkompetenzen" nimmt immer stärker zu. Dies ist bei Unternehmen möglich, da sie die verrechneten Preise voll steuerlich absetzen können und es daher - grob gesprochen - keinen Unterschied macht, ob die Leistung hausintern oder von Dritten erbracht wird.

Was wäre, wenn auch der private Hausbauer oder -renovierer die Kosten der von ihm beauftragen Betriebe (Baumeister, Installateur, Fliesenleger etc.) voll steuerlich absetzen könnte, statt - wie in Österreich - nur zu einem geringfügigen Teil im Rahmen der sogenannten Sonderausgaben ? Nun, damit würde tatsächlich der erste Kostenfaktor weitgehend wegfallen, denn was der Betrieb an Steuern und Lohnnebenkosten für seine Mitarbeiter abführen (und natürlich weiterrechnen) müsste, könnte unser Hausbauer wiederum bei seiner Steuererklärung absetzen.

Mittelalter statt Steinzeit ?

Ein - nicht ganz kleines - Problem ergäbe sich nur dadurch, dass dann das gesamte Einkommen- bzw. Lohnsteuersystem weitestgehend zusammenbrechen würde, da man diese Absetzbarkeit im Sinne der Gleichbehandlung natürlich nicht nur auf Handwerkstätigkeiten, sondern auf den gesamten Konsum ausdehnen müsste. Steuer würde dann überhaupt nur mehr auf den nicht ausgegebenen, also angesparten Teil des Einkommens bezahlt.

Der Staat müsste sich also ganz andere Einkunftsquellen suchen, beispielsweise hohe Umweltabgaben (z.B. Steuer auf fossile Brennstoffe) oder kostendeckende Gebühren für Straßenbenützung etc. Das Problem ist nur, dass diese Gebühren nur von den bezogenen Leistungen bzw. verursachten Emissionen, nicht aber direkt vom Einkommen des Steuerpflichtigen abhängen dürfen, denn sonst wäre wiederum kein Unterschied zur Einkommensbesteuerung. Damit hätten wir aber ein per se extrem unsoziales Steuersystem, gewissermaßen eine "Kopfsteuer". Also wie im Mittelalter, als Bauern in schlechten Erntejahren mehr Korn bezahlen mussten als sie überhaupt geerntet haben.

Wo ist der Stein der Weisen ?

Diese Lösung fällt also in dieser "puristischen" Form auch aus. Wahrscheinlich aber besteht die Möglichkeit, mit relativ hohen pauschalen Absetzbeträgen oder Grundförderungen das Modell sozial verträglich zu machen. Mit exakten Zahlen kann ich allerdings zur Zeit nicht aufwarten ...

(Fortsetzung folgt)


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