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Am Jakobsweg
31.05.2007 - Kategorie(n): Reisen



Im Mai stand ein Urlaub "der etwas anderen Art" am Programm, wir sind die letzten ca. 260 Kilometer des Jakobsweges gegangen. Für die Strecke von Astorga bis Santiago haben wir knapp 8 Tage benötigt. Die Tagesetappen von durchschnittlich 30-35 km waren an sich kein größeres Problem, Blasen und andere Schmerzen auf den Beinen und Füßen allerdings unvermeidlich. Genächtigt haben wir - ganz traditionell - in den zahlreichen Pilgerherbergen am Weg.

Mythos Jakobsweg

Im Mittelalter zeitweise der wichtigste Pilgerweg in Europa (als Jerusalem und Rom unzugänglich waren) war der Weg zum sagenhaften Grab des Apostels Jakobus im nordwestlichen Spanien lange Zeit fast vergessen, erst seit einigen Jahren erlebt er eine Renaissance. Man trifft Pilger aller Altersgruppen aus den verschiedensten Ländern und schon nach wenigen Stunden am Weg entsteht ein ganz eigenes Lebensgefühl, das so überhaupt nichts mit einem "gewöhnlichen" Urlaub zu tun hat, auch nicht mit einer mehrtägigen Wanderung.

Auch wenn die meisten Pilger heutzutage wohl kaum den Weg beschreiten, um die Vergebung ihrer Sünden zu erbitten, so ist die Spiritualität am "camino" bestimmt auch für nicht religiöse Menschen hautnah zu spüren. Abgesehen von den wunderschönen, abwechslungsreichen Landschaften - denn solche gibt es woanders auch - ist es wohl das Bewusstsein, dass genau diesen Weg schon vor über tausend Jahren hunderttausende Menschen unter Entbehrungen und großen Gefahren beschritten haben.

Ist der Weg das Ziel ?

Kaum irgendwo passt der berühmte Spruch des Konfuzius besser als hier, obwohl ja eigentlich das Erreichen der Kathedrale von Santiago das Ziel aller Pilger sein müsste. Doch mit dem Passieren des Ortsschildes von Santiago ist plötzlich alles anders, man ist von einem Moment auf den anderen nur mehr einer von vielen Touristen, die die berühmte Stadt bevölkern. Man ist am Ziel, doch wünscht man sich die Zeit zurück, als man nur zusammen mit den anderen Pilgern unterwegs war und von den Einheimischen ein nettes "buen camino" mit auf den Weg bekommen hat.

Und noch ein paar Tipps

Falls nun der eine oder andere auf den Geschmack gekommen ist, auch den Weg zu gehen ...

Ausrüstung: ein guter und vor allem richtig eingestellter Rucksack mit möglichst wenig Gepäck ist wichtig. Wäsche kann man fast überall problemlos waschen, daher kommt man mit wenig Kleidung ohne Schwierigkeiten durch. Gute, wasserfeste Schuhe und tägliches Eincremen mit Hirschtalg sollten ohnehin selbstverständlich sein. Gute Wanderstöcke (z.B. Teleskopstöcke) entlasten die Füße spürbar und sind vor allem bei Blasen eine echte Wohltat.

Herbergen: zum größeren Teil kostenlos (freie Spende), ansonsten ca. 5-7 Euro pro Übernachtung. Meist Stockbetten in mehr oder weniger großen Sälen, wegen schnarchender Mitpilger unbedingt Ohrenschutz mitnehmen ! Nichts für Langschläfer, häufig muss man die Herbergen schon zwischen 8 und 9 Uhr verlassen. Wir haben in jeder Herberge noch Bettplätze bekommen, in den (überlaufenen) Sommermonaten hingegen wird dies oft nicht der Fall sein. Neben dem Schlafsack ist dann auch eine ISO-Matte sehr ratsam, um notfalls auf dem Boden schlafen zu können.

Essen: Fast überall am Weg bieten Restaurants Pilgermenüs an, die derzeit etwa zwischen 7 und 9 Euro kosten (meist 3 Gänge, Brot und Wein inklusive). Die Qualität ist recht unterschiedlich. Alternativ kann man sich natürlich auch selbst (kleine Geschäfte oder Supermärkte in Städten) verpflegen, die meisten Herbergen haben Aufenthaltsräume oder sogar Küchen.

Pilgerausweis: Für die Benutzung der Herbergen und die Ausstellung der Urkunde in Santiago benötigt man das "credencial" (Pilgerausweis), das man sich am besten am Ausgangsort ausstellen lässt (z.B. in der dortigen Herberge) und mit Stempeln am Weg ergänzt.

Ausführliche Informationen zu allen Aspekten des Jakobsweges findet man unter anderen auf der Website http://www.jakobus-info.de/.




















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