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Wachau 2006 - Licht und (wenig) Schatten
24.05.2007 - Kategorie(n): Wein



Beim diesjährigen Wachauer Weinfrühling am ersten Maiwochenende hatte ich die Gelegenheit, den vielgerühmten "Jahrhundertjahrgang" 2006 zu probieren. Wie schon im Vorjahr habe ich mich vor allem auf die Gegend um Weißenkirchen konzentriert und die Verkostungen mit einer Wanderung durch die Weingärten und die Wälder kombiniert. Wolkenverhangener Himmel und gelegentlicher leichter Regen waren nach einem sehr trockenen April eine angenehme Abwechslung.

Alles in allem sind die Vorschusslorbeeren für mich durchaus nachvollziehbar, ich kann mich an keinen in der Breite ähnlich gelungenen Jahrgang erinnern. Der "Bilderbuchherbst" sorgte für hohe Zuckergradationen und perfektes Traubenmaterial. Die teilweise extremen Alkoholgehalte (bis zu 15 %) sind allerdings durch gute Säurewerte perfekt integriert und fallen sensorisch fast nicht auf.

Smaragde - die limitierte Spitze ...

Der "Ausnahmejahrgang" hat auch die vielbeworbene Qualitätspyramide der Vinea Wachau komplett auf den Kopf gestellt, die Smaragde waren dieses Jahr nicht die "limitierte Spitze", sondern eher der Normalfall. Bei den meisten Weingütern sind hingegen die Leichtweine (Federspiel, Steinfeder) limitiert, teilweise bereits ausverkauft. Bei anderen - vielleicht weniger routinierten - Winzern machen die Federspiele einen leicht unreif-unharmonischen Eindruck (zu frühe Lese ?), während es bei den Smaragde keinen Grund zur Klage gibt.

Bordeaux lässt grüßen

Ein bisschen Sorge bereitet mir die immer größere Schere zwischen einfachen Weingütern und den Topstars, auch wenn es natürlich noch weit von Bordelaiser Zuständen (wenige Châteaux mit astronomischen Preisen und eine große Masse, die am wirtschaftlichen Abgrund stehen) entfernt ist. Trotzdem, auch hier fällt auf, dass die Starwinzer Jahr für Jahr ihre Preise sehr kräftig erhöhen, aber trotzdem teilweise schon jetzt ausverkauft / ausreserviert sind. Bei den "einfachen" Winzern sind die Preise hingegen weitgehend gleich geblieben.

Mit dem verdienten Geld kaufen die Starbetriebe dann immer mehr Flächen der weniger erfolgreichen Winzer auf. Ob man das eher mit einem lachenden (Qualitätsüberlegungen) oder weinenden Auge (Verlust der Angebotsvielfalt und der bäuerlichen Strukturen) sehen soll, weiß ich nicht.

Der ungeliebte Schraubverschluss

Nach längerem Zögern hat sich letztendlich die Vinea Wachau dazu durchgerungen, den modernen - und im restlichen Österreich längst akzeptierten - Schraubverschluss auch für die Smaragde zuzulassen. Nicht aber ohne öffentlich zu erklären, dass "die guten Betriebe selbstverständlich am Naturkork festhalten werden". Dass diese Aussage für Mitgliedswinzer, die schon dieses Jahr die Smaragde mit Schraubverschluss anbieten, nicht gerade sehr erfreulich klingt, kann man durchaus nachvollziehen ...













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