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Tu felix Austria ... fuma !
27.02.2007 - Kategorie(n): Konsumenten

Während überall in Europa strenge Rauchverbote an öffentlichen Orten erlassen werden, widersetzen sich die Häuptlinge eines kleinen Bergvolkes im Zentrum tapfer, ähnliche Regelungen zu verkünden. Kein Wunder, ist der Medizinmann (äh - pardon, Medizinfrau) doch selbst eifriger (Ex ?) Konsument des blauen Dunstes und die Truhen des Schatzmeisters füllen sich mit den Abgaben durch den Verkauf. Aber natürlich möchte man bei den Nachbarvölkern nicht als Barbaren dastehen und erlässt daher eine "freiwillige Verpflichtung" für Wirte, wie es sich für eine ideale Demokratie gehört ...

Pressemeldung vom 2. Januar 2007

Wien - Österreichische Speiselokale benötigen ab heute, Montag, Nichtraucherzonen. Laut Vereinbarung mit dem Gesundheitsministerium müssen ab Jahresbeginn 90 Prozent der Speiselokale über Nichtraucherzonen verfügen, die zumindest 40 Prozent der Sitzplätze umfassen. Ausgenommen sind Betriebe mit einer Größe unter 75 Quadratmetern. 18.000 Lokale sind laut Wirtschaftskammer von der Regelung betroffen.

Klingt auf den ersten Blick vernünftig und geradezu vorbildhaft für eine liberale Demokratie. Doch bekommt man als - zugegebenermaßen seltener - Lokalbesucher schnell den Eindruck, dass man immer gerade in eines der 10 Prozent Gaststätten gelangt, wo es keine Nichtraucherzonen gibt. Und falls man es doch einmal in die 90 % geschafft hat, unterlässt es einfach der Rauch im Raucherbereich zu bleiben und bereitet sich (gesetzeswidrig !) im gesamten Raum aus.

Belästigung oder Gesundheitsrisiko ?

Sicherlich wird kaum jemand beim einmaligen Aufenthalt in einem verrauchten Lokal sofort daran sterben und bei Jahrzehnte später auftretenden lebensbedrohenden Erkrankungen ist der Nachweis wohl nur schwer eindeutig zu erbringen, dass die Ursache im Passivrauchen liegt. Primär fällt daher vor allem die Belästigung auf, die man über sich ergehen lassen muss. Das Ritual nach einem - vielleicht nur kurzen - Aufenthalt in einem verrauchten Lokal ist immer gleich: Duschen, alle Kleider wechseln und sofort in die Waschmaschine. Von brennenden Augen etc. gar nicht erst zu sprechen.

Bei anderen Belästigungen werden die meisten Gäste darauf drängen, diese abzustellen oder aber das Lokal verlassen. Wenn also beispielsweise jemand mit seinem voll aufgedrehten "Gettoblaster" ins Lokal kommt oder einem ständig laut bellenden Hund. Oder jemand, der sich schon seit Monaten nicht mehr gewaschen hat. Nur beim Rauchen hat man die Belästigung stillschweigend zu ertragen ...

Gleichheitsgrundsatz aufgehoben ?

In der österreichischen Verfassung findet sich der sogenannte Gleichheitsgrundsatz, der regelmäßig für die meisten Fälle des Verfassungsgerichtshofes herangezogen wird. Beim Rauchen scheint er aber aufgehoben zu sein. Medizinisch ist es inzwischen wohl unumstritten, dass auch Passivrauchen ein erhebliches Gesundheitsrisiko mit möglicher Todesfolge darstellt. Bei anderen Gefahren für den Lokalbesucher (z.B. mangelnde Hygiene in der Küche oder einsturzgefährdete Decke) wird von der Behörde sofort das Lokal geschlossen, beim Rauchen ist man aber mehr als zaghaft.

Ähnliches gilt für die Angestellten, die tagtäglich den Rauch einatmen müssen. Bei einem vergleichbaren "Giftcocktail" in der Atemluft würde jeder Industriebetrieb sofort vom Arbeitsinspektorat geschlossen ...

Wir Raucher mögen alle auch Nichtraucher !

Wenn man diesen schönen Satz auf andere "Bevölkerungsgruppen" ausdehnt, die ebenfalls ihre Mitmenschen gefährden bzw. schädigen, dann könnte man genauso gut formulieren und um "Toleranz" bitten:

"Wir Alkolenker mögen auch alle Nicht-Alkolenker"

oder sogar

"Wir Pädophilen mögen auch alle Nicht-Pädophilen"


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